Konzert-Doppelpack begeistert über 1000 Zuhörer
Bilder: Blum

LTS glänzt mit musikalischer Vielfalt

Konzert-Doppelpack begeistert über 1000 Zuhörer

Biedenkopf 300 musizierende Schüler, vier Stunden Programm und rund 1000 Besucher – die Lahntalschule Biedenkopf hat mit ihrem jüngsten Frühlingskonzert neue Maßstäbe gesetzt. Da reichte ein Abend nicht mehr aus, um dem musikalischen Nachwuchs eine Bühne zu bieten. Deswegen hatte die Schule das Programm in der katholischen Kirche aufgeteilt: Am ersten Abend zeigten die Instrumentalisten ihr Können, am zweiten die Sänger. Der dabei gebotene Streifzug quer durch alle Genres spiegele die vielfältige musikalische Arbeit an der LTS wider, stellte Schulleiter Dr. Eberhard Scholl fest. Als Schule mit musikalischem Schwerpunkt bestehe die nicht nur aus dem Regelunterricht, sondern auch einer Fülle freiwilliger Angebote, die von Schülern, aber auch Lehrern wahrgenommen werde. Zu den Höhepunkten gehörte der Auftritt des großen Orchesters der LTS. Unter der Leitung von Klaus-Jürgen Höfer stand ihrer Klangqualität der eines Sinfonieorchesters in nichts nach, wenn sie John Williams bekanntes „Star Wars“-Thema oder die Ouvertüre aus Rossinis „Barbier von Sevilla“ anstimmten. Aber auch die Streicher und Bläser der Orchesterklassen 5 bis 7 überzeugten mit sicherem Spiel und sauberer Intonation beim „Bandroom Boogie“, „Let´s rock“ oder Pinks Hit „Just give me a reason“. Dass sie nicht nur in ihren jeweiligen Ensembles zu überzeugen wissen, sondern auch jahrgangsübergreifend harmonieren, zeigten unter anderem die Streicher der Mittel- und Oberstufe mit Leonard Cohens „Halleluja“ und das Jugendorchester mit „Counting Stars“ von One Republic – beide unter der Leitung von Dr. Bianca Nassauer, die beim Auftritt der Orchesterklasse 8b zusammen mit den Schülern in Lederjacke und Sonnenbrille ein Michael Jackson-Hitmix zum Besten gab. Beim Dirigat beider, sowohl Nassauers, als auch Höfers, wurde deutlich, wie sehr sich ihr feinfühliges Gespür für Musikalität auf ihre Schützlinge übertrug und diese dadurch zu ihren glanzvollen Leistungen motivierte. Die Flöten AG unter der Leitung von Karl-Wilhelm Müller trat an beiden Abenden auf. Neben gemeinsamen Stücken waren hier die Solisten Leandra Weber, Aline Stremel und Felix Geis zu hören. Der zweite Abend stand aber vor allem im Zeichen der verschiedenen Chöre, die von Christina Wege geleitet werden. Die jüngsten Sänger der Chorklassen 5 und 6 verzauberten das Publikum zunächst einzeln mit dem indianischen Kanon „Kuwate“ und dem „Ist da jemand“ von Adel Tawil, um dann mehrstimmig „Last Unicorn“ und „Walking in the air“ gemeinsam zu singen. Dabei überzeugten Bruno Molinaro und Freya Gröschner (Violine) als Solisten. Ohnehin brillierten in dem Programm immer wieder Solisten, die aus den Ensembles hervortraten – wie zum Beispiel Carlotta Bach mit Mozarts Motette „Ave verum corpus“, Noemi Reuter mit Bette Middlers „From a distance“, Tiffy Pohl mit der Oberstimme zu „Evening Rise“ sowie Peter Bätzel bei „All of me“ von John Legend. Wie bei den Instrumentalisten, wurde auch bei den Gesangsstücken wieder jahrgangsübergreifend gearbeitet. So vereinten sich Chorklassen und Schulchor zu einer rund 120 Stimmen starken Klangkulisse, die das „Halleluja“ nach einem Kanon von Händel grandios in Szene setzte. Das schwungvolle Finale beider Konzertabende oblag schließlich den Big Band-Musikern um Hans-Hermann Becker, die die Stimmung in der Kirche zum Ende noch einmal auf die Spitze trieben. Zu „Jailhouse Rock“ und „Twist and Shout“ hielt es vor allem die jüngeren Besucher und Musiker nicht mehr auf ihren Plätzen, die zum peppigen Spiel der Band tanzten und lauthals eine Zugabe forderten. Er sei immer wieder berührt vom Engagement der Musiker und Sänger, aber auch der Musiklehrer, die die Kinder und Jugendlichen förderten, sagte Eberhard Scholl schließlich. Dieses Engagement sei keineswegs selbstverständlich, denn es erfordere zusätzliche Zeit und Nerven. „Aber dadurch macht ihr viele junge Menschen in und um Biedenkopf glücklich“, wie die beiden Konzertabende bewiesen hätten. Einen besonderen Dank sprach der Schulleiter auch Klaus Mälzner und seinem Helfer Jakob Krebs aus. Obwohl schon längst in Rente, sorge Mälzner mit seinem technischen Sachverstand immer wieder dafür, dass dem Publikum ein ungetrübter Hörgenuss geboten werde und setze den Konzertveranstaltungen damit das Sahnehäubchen auf. (val)

Bilder: Valentin