Besuch aus der Hauptstadt – Delegation des Auswärtigen Amtes in Berlin

Besuch aus der Hauptstadt

Am Donnerstag, dem 25. Oktober 2018 erhielt die Lahntalschule Biedenkopf Besuch von einer Delegation des Auswärtigen Amtes in Berlin. Dessen Mitarbeiterin Frau Laura Freitag knüpfte als ehemalige Schülerin der Lahntalschule den Kontakt für diese besondere Veranstaltung, wofür ihr die Schulleitung vielmals dankte. Herr Dieter Reinl, der Leiter des Referats Bürgerdialog und Öffentlichkeitsarbeit Inland stellte zunächst an seinem eigenen Beispiel die abwechslungsreiche und anspruchsvolle Tätigkeit im Auswärtigen Amt mit wechselnden Standorten im In- und Ausland vor. Mit großem Interesse verfolgten die Schülerinnen und Schüler seine Erläuterungen zu den beiden Ausbildungswegen des gehobenen und höheren Dienstes, die auf der Internetseite www.diplo.de nachzulesen sind. Um einen ersten Zugang zu diesem sonst eher fernliegenden Bereich zu finden, verwies er auf die Möglichkeiten des Freiwilligendienstes und die Praktikumsprogramme.
Anschließend diskutierte Herr Reinl mit rund 140 Schülerinnen und Schülern der Qualifikationsphase im Rahmen des Fachs Politik und Wirtschaft über Deutschlands Rolle und Verantwortung in Europa und in der Welt. Ausgangspunkt dafür war ein Kurzfilm mit dem Titel „Deutschland in der Globalisierung“. Im Zentrum der Veranstaltung stand die sich anschließende Diskussion über Deutschlands Außenpolitik, seine Rolle in den internationalen Beziehungen und Bündnissen, seine Haltung in Fragen der Sicherheits- und Verteidigungspolitik sowie in aktuellen Konfliktsituationen. Für die Schülerinnen und Schüler stellte diese Veranstaltung eine gute Gelegenheit dar, aktuelle Probleme und Fragen zu außenpolitischen Themen anzusprechen und die praktizierte Politik vor dem Hintergrund von postulierten Werten und Grundhaltungen einerseits und Interessen andererseits kennenzulernen und kritisch zu prüfen. Von Vorteil war hier auch, dass es sich um keinen klassischen Vortrag handelte, sondern um ein weitgehend offenes Format, das viel Raum für Wort- und Diskussionsbeiträge der Schülerinnen und Schüler bereithielt. Besonders gefiel ihnen, dass sie aufgefordert wurden, Position zu beziehen und diese mit Argumenten zu untermauern.

Besonders die angehenden Abiturienten und Abiturientinnen beschäftigten sich in den zurückliegenden Wochen im Unterrichtsfach Politik und Wirtschaft intensiv mit dem Themenkomplex „Deutsche Außenpolitik und internationale Sicherheitspolitik“ gemäß den neuen curricularen Vorgaben des Hessischen Kultusministeriums (Kerncurriculum für die gymnasiale Oberstufe). Sehr engagiert ergriffen sie sowie die Schülerinnen und Schüler der Q1-Kurse die Chance, ihr Wissen mit einem Experten zu diskutieren und Entscheidungen und Haltungen zu aktuellen politischen Ereignissen zu erörtern. Als wesentliche Themen, die besonders kontrovers diskutiert wurden, kristallisierten sich Fragen nach der deutschen Beteiligung an militärischen Interventionen und deren politischen Begründungszusammenhängen heraus. Auch die Ursachen für Flucht und Migration, wie z. B. die problematische Umwelt- und Klimapolitik, und die damit verbundene Verantwortung der reichen Industrienationen wurden reflektiert. Nicht zuletzt wurden der Außenhandel und die Waffenlieferungen in Staaten, in denen Menschenrechtsverletzungen an der Tagesordnung sind, kritisch hinterfragt und an den Werten der deutschen Außenpolitik, wie Frieden und Gerechtigkeit, gemessen.

Silvia Lerch-Denfeld

(Fachbereichsleiterin AF II)

Fotos: BLUM / LTS