Dave Rudden kitzelt die Fantasie der Lahntalschüler

Dave Rudden kitzelt die Fantasie der Lahntalschüler

„Tenebris“-Autor motiviert Siebtklässler:
Jeder kann ein Buch schreiben!

Biedenkopf Jeder kann eine Geschichte erzählen – man muss sich nur trauen. Das ist die Lehre, die der irische Autor Dave Rudden den Siebtklässlern der Lahntalschule Biedenkopf bei einer Lesung im Rahmen des Internationalen Lesefests vermittelt hat. Viele Menschen scheuten davor zurück, ein eigenes Buch zu schreiben, weil sie der Meinung seien, sie bräuchten eine große, noch nie da gewesene Idee für ihre Geschichte. Aber das sei falsch, erklärte Rudden den Schülern. Eine spannende Geschichte entstehe nicht aus einer einzigen Idee, sondern aus vielen kleinen, die sich zum Beispiel aus alltäglichen Erlebnissen ergeben. Aufgabe des Autos sei es dann, diese vielen kleinen Ideen zu einer zusammenhängen Geschichte zu verdichten. So wie er es auch mit seinen weltweit bekannten „Tenebris“-Romanen (im engl. Original: „Knights of the Borrowed Dark“-Reihe) getan hat. Darin kämpfen sich furchteinflößende Monster in unsere Welt und nehmen ganz unterschiedliche Gestalten an. Ihnen steht die Armee der Schattenjäger gegenüber, die die Macht haben, Feuer zu beeinflussen und dadurch die bösen Kreaturen aufzuhalten. Viele der Ideen für die Monster stammten aus eigenen Erlebnissen, gab Rudden in seiner kurzweiligen Lesung zu. Wenn eines der Monster zum Beispiel Glühbirnen zerkaue, hänge das mit seiner persönlichen Angst vor Glassplittern zusammen. Und auch eine befreundete Lehrerin von ihm, die die Eigenart besitze, immer mit den Fingergelenken zu knacken, habe damit Pate für eine Charaktereigenschaft eines seiner Monster gestanden. Jeder habe mindestens genug Stoff für eine Geschichte, die er erzählen kann, so Rudden. Als Beispiel führte er seinen Kumpel Cormac an, der von sich selbst behaupte, keine interessanten Geschichten auf Lager zu haben. Dabei brachte Rudden die Schüler mit nur zwei Erlebnissen Cormacs aus dem Steigreif zum lachen. Einmal griff dieser als kleiner Junge bei einem Besuch im Disneyland einen Schauspieler in einem Darth Vader-Kostüm an und das andere Mal wurde er von einem Räuber überfallen, den er aber todesmutig in die Flucht geschlagen hat. Die lockere Art, wie Rudden dabei von seinen Einfällen und Geschichten erzählte, ja, sie beinahe schon vorspielte, vermittelte den Jugendlichen ganz ohne Zweifel den Eindruck, dass Rudden jemand ist, der sein Geschichten liebt und lebt. Ein besseres Plädoyer dafür, selbst kreativ zu werden, hätte der Ire wohl kaum abliefern können. (val)