Nur gemeinsam geht’s durchs Spinnennetz – Suchtprävention an der LTS

Nur gemeinsam geht’s durchs Spinnennetz
Ein intakter Freundeskreis bildet einen wirksamen Schutz gegen Süchte

Beim Spinnennetz m¸ssen alle Gruppenmitglieder von der einen auf die andere Seite kommen, ohne die Seile zu ber¸hren. Das geht nur mit Teamarbeit. (Foto: Valentin)Biedenkopf (val). Kann man einer Sucht widerstehen und wenn ja, wie? Mit dieser Frage beschäftigen sich vergangene Woche die Siebtklässler der Lahntalschule Biedenkopf in ihrer Suchtpräventionswoche. Ein Bestandteil ist dabei der Sporttag, der den Schülern zeigen soll, wie wichtig ein intaktes soziales Umfeld für die eigene Gesundheit ist. „Bei der Suchtpräventionswoche geht es weniger um die schädlichen Substanzen an sich, als vielmehr darum, die Gemeinschaft der Schüler untereinander zu stärken“, betonte Lehrerin Sabine Wolf. Denn eine starke Gemeinschaft stütze auch das Individuum und könne ihm helfen, wenn es einmal Probleme hat. So beginne auch ein typischer Weg in die Abhängigkeit: Jemand hat Sorgen, mit denen er alleine nicht fertig wird, findet aber keine Hilfe oder nur von den falschen Freunden. In einem intakten Freundeskreis hingegen können auftretende Probleme gelöst werden. Und genau das sollten die Schüler am eigenen Leib erfahren. Dazu mussten sie über ein Dutzend verschiedener Aufgaben lösen, die allerdings nur in der Gruppe zu bewältigen waren. „Sie sollen lernen, miteinander zu kommunizieren und kooperieren“, erklärte Wolf den Ansatz des Sporttages. So mussten die Schüler etwa aus Plastikrohren eine Pipeline bauen, in der eine Murmel von der einen Wand der Turnhalle bis zur gegenüberliegenden laufen sollte. Allerdings waren nicht genügend Röhren vorhanden, um die Strecke in einem Stück zu überbrücken, sodass die Schüler am Anfang der Pipeline schnell zu deren Ende laufen mussten, um ihr Rohr dort anzuhalten. An einer anderen Station galt es, einen mit Murmeln gefüllten Behälter aufzunehmen und in einen Eimer zu schütten. Jedoch durfte der Behälter nicht direkt berührt werden, sondern lediglich über de Seile, die um ihn herum gespannt waren. Ebenso viel Fingerspitzengefühl wie dafür nötig war, mussten die Gruppen auch beim Spinnennetz beweisen. Hier mussten alle Gruppenmitglieder durch die Maschen eines mit Seilen gespannten Netzes schlüpfen, ohne die Seile zu berühren. Außerdem musste jedes Teammitglied durch eine andere Lücke klettern, sodass es gerade bei den höhere gelegenen nötig war, dass die anderen ihre Kameraden hochhoben und durch die Lücke schoben. Ziel aller Spiele sei es, als Gruppe zu harmonieren, sagte Wolf. Wo das nicht gleich funktioniere, gebe es am Ende immer ein gemeinsames Gespräch, mit dem erörtert wird, woran es gehakt hat. Denn auch das gehöre zu einer intakten Gemeinschaft dazu – dass man miteinander spricht und Problem so gemeinsam angeht. Das sei auch der wirksamste Schutzschild gegen ein Abrutschen in die Sucht.

Bilder SuchtpräWo 2013/2014