Sven Lager: "Phosphor"
Sven Lager, der 1966 geboren ist, beginnt seinen Roman "Phosphor" ohne jegliche Einleitung und führt den Leser sofort in die Gedankenwelt des Ich-Erzählers ein.
Ein junger Mann, Protagonist
und Ich-Erzähler des Romans, der in Berlin wohnt, scheint zu Anfang nur
in seiner Gedankenwelt zu leben. Seine Schwester Manuela, deren, seiner Meinung
nach, langsame und desinteressierte Art ihn manchmal zur Weißglut bringt,
wohnt ebenfalls in Berlin. Gleichermaßen geht es ihm mit seinem Freund
Mikro, der in seiner Art ähnlich ist wie Manuela.
Der Strom von Gedanken des Erzählers wird manchmal von den Erinnerungen
an seine Ex-Freundin Laura unterbrochen. Als der Protagonist später Fanny
kennen lernt, entwickelt sich der Roman immer mehr zu einer Lovestory. Interessante
Erörterungen des Erzählers über Musik, Sex, Drogen und vieles
mehr begleiten die Leser durch das ganze Buch. Sven Lager stellt in seinem Roman
das schnelllebige Berlin, in der er selbst arbeitet, dar.
Die Sprache des Romans passt
völlig in die heutige Zeit und lässt sich als Jugendjargon bezeichnen.
Allerdings ist die Sammlung von Gedanken und inneren Monologen manchmal zusammenhangslos
und somit nicht immer nachvollziehbar.
Außerdem fehlt diesem Roman eine Geschichte, die durch das ganze Buch
führt. Entsprechend ist es schwierig, in dem Buch einen " roten Faden"
zu finden. Manchmal lässt Sven Lager Hoffnung aufkeimen, dass doch noch
eine "Geschichte" beginnt, z.B. wenn der Ich- Erzähler an Laura
und seine Gefühle zu ihr denkt.
Als es dann endlich interessanter wird, durch Dialoge und Handlungen zwischen
dem Erzähler, Fanny, Mikro und einem weiteren Freund des Erzählers
namens Shaun, hört das Buch genauso abrupt auf, wie es angefangen hat.
Insgesamt ist es als ein gutes und zum Nachdenken anregendes Buch zu bezeichnen,
das auch manchmal langweilig ist, da es keine eigentliche Handlung hat. Außerdem
erfordert der manchmal zusammenhangslose und verwirrende Erzählstil des
Autors eine hohe Konzentration des Lesers, was auf Dauer zu Langeweile führen
kann.
Empfehlen würde ich dieses Buch Jugendlichen und Erwachsenen, die gerne träumen, nachdenken und in eine andere Welt abtauchen. Aber es ist auf gar keinen Fall etwas für Kinder, da sowohl die Themen ( Sex, Drogen,...), als auch der Schreibstil nicht kindergerecht sind.
Sven Lager: Phosphor. Köln 2000 ( KIWI-TB 570; 9,90 €)
Von Anna-Lena Damm