Lahntalschüler schreiben drei Theaterstücke für rund 500 junge Zuschauer

Indianer lehren Kindergartenknirpsen Empathie

Lahntalschüler schreiben drei Theaterstücke
für rund 500 junge Zuschauer

Biedenkopf Die Schüler der Kurse Darstellendes Spiel der Jahrgangsstufe Q3 von Jutta Leven an der Lahntalschule Biedenkopf haben den alten Brauch fortgeführt und die Grundschüler und Kindergartenkinder aus der näheren Umgebung zu Theateraufführung eingeladen. Die Stücke, die das junge Publikum dabei erlebte, hatten die Schauspielschüler extra für diesen Anlass geschrieben. Vier Grundschulklassen aus Biedenkopf sowie 140 Kinder aus sieben Kindergärten in Biedenkopf, Wallau, Engelbach/Dexbach, Friedensdorf und Bad Laasphe begrüßten die Lahntalschüler in ihrer Aula. Während die Grundschüler in den Genuss von Detektivgeschichten kamen, bei denen sie auch selbst miträtseln konnten, nahm das Ensemble die Kindergartenknirpse mit auf eine Reise in den Wilden Westen zu den Indianern. Dort erfuhren die Zuschauer, dass es bei den Rothäuten nicht viel anders zugeht, als bisweilen auch hierzulande. Denn der liebe Nachwuchs in Form von „Kleiner Dachs“, „Regenbogen“ und Kinderliebling Yakari bereitet Oma „Schnelle Schildkröte“ Sorgen. Die Kinder halten sich nämlich nicht an die Regeln und lassen jeglichen Respekt vor dem Alter vermissen. Stattdessen spielen sie der Oma, die ohnehin nicht mehr die Schnellste ist, auch noch Streiche. Und zu allem Überfluss entführen sie „Müden Krieger“, während er mal wieder ein Nickerchen hält und setzten in inmitten der Prärie aus, von wo er nicht mehr alleine nach Hause findet. Spätestens an diesem Punkt endete die Sympathie der Kindergartenkinder für den frechen Indianernachwuchs. Auch wenn sie zuvor noch über deren Späße lachten und in den Sprechgesang einstimmten, als „Kleiner Dachs“ lautstark forderte, „Müden Krieger“ zu entführen, bekannten sich viele der Knirpse nun zur Oma und den Entführten. „Die arme Oma“ oder „Das ist nicht lustig“, lauteten die Kommentare der Kinder, die den anderen Indianers schließlich kräftig dabei mithalfen, die entführten Stammesbrüder wiederzufinden. Den Lahntalschülern war es mit der Inszenierung jedenfalls gelungen, ihr junges Publikum nicht nur zu unterhalten und es zum Mitmachen zu animieren, sondern auch dessen Empathie zu wecken und ein Stück weit ein Gefühl für Unrechtsbewusstsein zu vermitteln. Für Jutta Leven war es übrigens das letzte Kindertheater, das sie mit einem Kurs an der LTS aufgeführt hat. Denn im kommenden Sommer tritt sie ihren Ruhestand an. (val)