Frühlingskonzert in der katholischen Kirche lockt über 1200 Besucher an

Lahntalschüler glänzen mit Spielfreude und Begeisterung

Frühlingskonzert in der katholischen Kirche
lockt über 1200 Besucher an

Biedenkopf (sval). Fast 300 Akteure auf der Bühne, über 1200 Zuhörer im Publikum und fast vier Stunden Programm – allein die Statistik lässt erahnen, welch bemerkenswerte Leistung die Lahntalschule Biedenkopf mit ihrem jüngsten Frühlingskonzert in der katholischen Kirche abgeliefert hat. Weil die Zahl der aktiven Chor-Sänger und Orchester-Musiker in den vergangenen Jahren wieder deutlich gestiegen ist, musste das Konzert erneut auf zwei Abende aufgeteilt werden. Das Frühlingskonzert stelle einerseits eine Zäsur zum normalen Unterrichtsalltag dar, betonte Schulleiter Dr. Eberhard Scholl, biete auf der anderen Seite aber auch einen Einblick genau dort hinein. Denn hier komme versammelt zum Ausdruck, was der Fachbereich Musik im Unterricht, aber auch darüber hinaus in Kursangeboten mit den Schülern erarbeite. „Es ist immer wieder toll, die Begeisterung zu sehen, mit der die Schüler, aber auch die Kollegen dieser gemeinsamen Arbeit nachgehen“, ergänzte Scholl. Von diesem Strahlen auf den Mienen der jungen Sänger und der hochkonzentrierten Spannung der Instrumentalisten bei ihren Auftritten konnten sich auch die Konzertbesucher überzeugen, die dabei zugleich wunderbar die Entwicklung der Musiker während ihrer Schullaufbahn vor Augen geführt bekamen. So spannte sich ein Bogen von den Neulingen der Orchesterklassen 5 und 6, die Anfängerstücke wie „When the saints go marchin in“ oder „Old McDonald“ spielten bis hin zum großen Orchester, welches mit Schuberts „Unvollendete“ bewies, dass es auch schwierige Sinfonien bravourös zu meistern im Stande ist. „Es ist faszinierend, was in nur acht Monaten musikalischer Arbeit möglich ist“, würdigte Orchesterleiter Klaus-Jürgen Höfer vor allem die Leistungen der Fünftklässler, für die das Konzert der erste Auftritt vor einem so großen Publikum war. Dazwischen war reichlich Platz für allerlei weitere Ensembles wie dem Jugendorchester, das zu Ehren des neugeborenen britischen Prinzenbabys gleich einmal „Pomp and Circumstances“ anstimmte, oder der Big Band unter der Leitung von Hans-Hermann Becker, dessen rote Turnschuhe die Dynamik und Kraft widerspiegelten, mit denen seine musikalischen Schützlinge groovige Stücke wie Aretha Franklins „Respect“ oder „Wipe Out“ in Szene setzten. Zudem stellte sich im Rahmen des Konzerts auch Charly Mutschler, vielen als Leiter des Hinterland Jazz Orchestras bekannt, den Zuhörern als neuer musikalische Unterstützung an der LTS vor. Er vereinte Bläser und Big Band bei Freddie Mercurys „Don´t stop me now“ zu einem klangstarken Ensemble, das die Zuhörer mit seiner Wucht förmlich von den Bänken riss. Dem Einstand des neuen Kollegen stand aber auch der Abschied eines musikalischen Urgesteins der LTS gegenüber: Für Karl-Wilhelm Müller war es das letzte große Konzert, bevor er Ende des Jahres seinen Ruhestand antritt. Deswegen hatte er für seine Flöten-Kinder nicht nur bekannte Lieder neu arrangiert, sondern sogar selbst welche geschrieben. Ebenso verabschiedete Klaus-Jürgen Höfer aber auch die diesjährigen Abiturienten, die in den Ensembles und Chören mitgewirkt haben. Mit über 20 Stück gehe dieses Jahr ein besonders großes musikalisches Potenzial verloren, stellte Höfer fest. Nachdem der erste Abend den Orchestern und Instrumentalgruppen vorbehalten war, trumpften am zweiten zusätzlich die Chöre unter der Leitung von Christina Wege auf. Dabei lieferten von den Jüngsten der Orchesterklassen 5 und 6 über die erfahreneren Sänger der siebten und achten Klassen bis hin zu den Mitgliedern des Schulchores alle Vokalisten eine beeindruckende Vorstellung ab. So riefen die Chorklassen humorvoll singend zum Ausschalten der Handys auf, die Sechstklässler begeisterten mit dem Titel „Close every door“ aus dem Musical „Joseph“ und der große Chor weckte mit „This is me“ aus dem Kinofilm „The Greatest Showman“ große Emotionen, wobei Enya Mevius ein beeindruckendes Solo ablieferte. Der letzte Dank des Abends, bevor alle Akteure und das Publikum gemeinsam mit dem „Irischen Segen“ für einen Gänsehautmoment sorgten, gebührte einem Mann, ohne den die vielen musischen Veranstaltungen der LTS kaum möglich wären, ist er es doch, der Sänger, Musiker und Schauspieler ins rechte Licht rückt und ihnen zum richtigen Ton verhilft. Auch mit fast 77 Jahren lässt es sich Klaus Mälzner nicht nehmen, die Technik für die Lahntalschule zu erledigen und dadurch den Konzerten den letzten Schliff zu verpassen.