Schulzeit war eine Oase der Erkenntnis

Schulzeit war eine Oase der Erkenntnis

Biedenkopf (sval). „Macht euch auf, die Welt zu entdecken“ – mit diesen Worten hat Dr. Eberhard Scholl, Leiter der Lahntalschule Biedenkopf, die 84 Abiturienten dieses Jahrgangs aufgefordert, ihre Entdeckungsreise durch Leben anzutreten. Sie seien nun an einem Punkt angelangt, an dem es gelte, sich menschlich zu beweisen und mit den Herausforderungen unserer Zeit umzugehen. Ihre Schulzeit habe ihnen in Form der Bildung das nötige Rüstzeug für den vor ihnen liegenden Weg mitgegeben, betonte Scholl. Bildung habe aber nichts mit einem tollen Notenschnitt zu tun, verdeutlichte er. Vielmehr stecke dahinter die Erkenntnis, sich selbst weiterbilden und so auf Herausforderungen reagieren zu können. „Vielleicht war die Wüste der Schulzeit in diesem Sinne auch eine Oase der Erkenntnis“, sagte der Schulleiter, der darauf verwies, dass Hessen eines der anspruchsvollsten Abiturs in Deutschland habe. „Gehen Sie ihren Weg nicht ängstlich und verunsichert und lassen Sie sich nicht vom äußeren Schein blenden, sondern schauen sie hinter die Kulissen“, ermutigte auch Studienleiterin Marita Henkel die Abiturienten. Auf der Reise durch das Leben gehe es darum, Erfahrungen zu sammeln, die den eigenen Horizont erweiterten und bereicherten. Die jüngsten Entwicklungen auf der Welt zeigten, dass die Zahl der jungen Menschen steige, die sich entschieden haben, für eine bessere Welt zu kämpfen, stellte Henkel erfreut fest und wünschte sich dies auch für die Biedenkopfer Abiturienten. „Unser aller Aufgabe ist es, die Folgen unseres Handelns einzudämmen oder bestenfalls sogar zu verhindern“, appellierte sie. Dass nicht nur der fachliche Unterricht die Schüler auf das Leben vorbereitet hat, sondern in besonderen Maße auch die vergangenen Monate der Vorbereitung auf das Abitur, stellte Schulelternbeiratsvorsitzende Tamara Hoffmann fest. „Es ist schade, dass sich all das, was ihr dadurch gelernt habt, nicht im Abiturzeugnis niederschlägt“, betonte sie. Kreativität, Organisationstalent, Teamfähigkeit, Empathie – all das seien Fähigkeiten, die den scheidenden Schülern durch die Organisation des Abiball und der Feierlichkeiten rund um ihr Abitur abverlangt worden seien und die sie mit Bravour gemeistert haben. Jan-Niklas Schumann als Sprecher der Abiturienten richtete sich nach dem Dank an die Lehrer und Eltern für die Unterstützung in den zurückliegenden acht beziehungsweise zwölf Jahren Schulzeit an die anderen Abiturienten und rief ihnen das Gefühl in Erinnerung, als sie vor acht Jahren als Fünftklässler neu an die LTS kamen. „Ich weiß noch, wie verloren ich mich damals in den lagen Gängen fühlte und wie lange ich suchen musste, um die richtigen Räume zu finden.“ Heute wie damals stünden sie alle erneut vor Türen ins Unbekannte, sagte Schumann und forderte seine Kameraden auf, sie mutig zu öffnen und zu durchschreiten. Nachdem Schulleiter Scholl und Studienleiterin Henkel zusammen mit den jeweiligen Tutoren die Abiturzeugnisse verteilt hatten, würdigten die Fachschaften besondere Leistungen der Abgänger in den jeweiligen Bereichen. Besonders schwer fiel dies Klaus-Jürgen Höfer, wie er zugab. Denn mit den Abiturienten gehe gut ein Drittel der Musiker des Orchesters verloren, erklärte er. Diese Lücke gelte es nun mit jungen Talenten zu schließen. Zum Abschied stellten die Abiturienten aber noch einmal ihre Musikalität im Orchester unter Beweis und trugen in dessen Reihen zur Gestaltung der feierlichen Zeugnisüberreichung bei. Eberhard Scholl zeichnete schließlich die Jahrgangsbesten aus. Die Traumnote von 1,0 erreichten in diesem Jahr mit Philipp Blöcher und Marcel Burbach gleich zwei Schüler. Pascal Riechstein folgte mit der Note 1,3. Auch insgesamt sei die Leistung dieses Jahrganges ein klein wenig besser, als die der vergangenen Jahre, stellte Scholl angesichts des Notendurchschnitts von 2,29 fest. Im Anschluss an die Überreichung der Abiturzeugnisse feierten Abiturienten, Eltern und Lehrer zusammen in der Aue Eventhalle weiter, wo die Abgänger auch ein Programm vorbereitet hatten, in dessen Rahmen sich die Kurse bei ihren Lehrern bedankten.