Lahntalschule Biedenkopf erinnert an die Reichspogromnacht 1938

Lahntalschule Biedenkopf erinnert an die Reichspogromnacht 1938

von Delayah Vidakovics, E1/2C

Am 9. November 1938 erreichte das jahrelange Elend diskriminierter jüdischer Menschen eine ungeahnte Dimension: In ganz Deutschland, Österreich und der Tschechoslowakei, setzten organisierte Truppen mit Beteiligung der Bevölkerung jüdische Geschäfte, Wohnungen sowie Synagogen in Brand. Es ist der Tag an dem tausende Juden verhaftet, misshandelt oder gar getötet wurden – Frauen, Männer und Kinder.Um an dieses grausame Geschehen und den Antisemitismus, der zu dieser Zeit den absoluten Höhepunkt erreicht hatte, zu erinnern, hat die Lahntalschule Biedenkopf am Freitag, den 08.11.2019, eine Gedenkveranstaltung in der katholischen Kirche Biedenkopf veranstaltet.  Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgangsstufen 9, 10 und 11 sowie Lehrerinnen und Lehrer nahmen daran teil, um der Opfer der Reichspogromnacht zu gedenken. Nach einer Begrüßung durch unsere Schulleiterin Frau Schäfer-Jarosz gab Pfarrerin Katharina Stähler aus der Kirchengemeinde Wallau/Weifenbach einen kurzen Einblick in das damalige Geschehen. Sie stellte anregende Fragen, die einen nachdenklich stimmten. Eine der bedeutendsten Fragen, die sie stellte, war: Wie anfällig sind wir und die heutige Gesellschaft für solch antisemitisches Gedankengut? Eine wichtige Frage, die wir uns häufiger stellen sollten, da der Antisemitismus erschreckenderweise in unserem Land stetig steigt, und erneut immer mehr Anhänger findet. Die Lehrer- und Schülerschaft bekam außerdem durch die Zeitzeugin Ursula Ostrowski aus Breidenbach einen persönlichen und tiefgründigen Einblick über das Geschehen der damaligen Zeit. Anhand ihres selbstgeschriebenen und veröffentlichten Gedichtes über das Schicksal von Hermine Schauß – der letzten Jüdin ihres Dorfes – stellte sie eine ganz individuelle Geschichte detailliert und rührsam dar. Im anschließenden Interview mit ihr, erläuterte sie die von Herrn Bach gestellten Fragen und den Zuhörern gelang ein kleiner Einblick in eine für uns völlig andere Zeit. Pfarrerin Stähler aber auch Zeitzeugin Ursula Ostrowski appellierten an uns, eine klare Haltung gegenüber dem Antisemitismus einzunehmen, aufmerksamer sowie sensibler für solches Gedankengut zu sein und unser Gegenüber so anzunehmen, wie es ist – egal welcher Herkunft, Religion oder Hautfarbe. Insgesamt war es eine sehr wichtige aber auch emotionale Veranstaltung, die uns dazu animiert, Dinge und Vorurteile zu hinterfragen und uns eine eigene Meinung zu bilden sowie auch mal den Mut dazu zu haben, gegen den Strom zu schwimmen.