Experten zeigen, wie der Einstieg in den Beruf gelingt

Experten zeigen, wie der Einstieg in den Beruf gelingt

Der Übergang von der Schule ins Berufsleben stellt für viele Schüler eine Herausforderung dar. Vor allem bei der Frage, welches der richtige Beruf für sie ist, greifen die Lahntalschule und der Rotary Club Biedenkopf den Oberstufenschülern mit ihrer gemeinsamen Berufsbörse helfend unter die Arme. Ziel sei es, den Schülern ein breites Informationsangebot über die verschiedenen Möglichkeiten der Aus- und Weiterbildung nach der Schule zu machen, erklärte LTS-Berufskoordinator Tobias Roth den Ansatz der Berufsbörse. Rund 40 Experten standen den Schülerinnen und Schülern dabei Rede und Antwort und berichteten aus ihrem Berufsalltag. Dabei freute sich Roth vor allem darüber, dass auch viele Ehemalige Lahntalschüler gekommen waren, um ihre Erfahrungen bei der Berufswahl an ihre Nachfolger weiterzugeben. Zu ihnen gehörte auch Max Kraft, der erst im vergangenen Jahr sein Abitur in Biedenkopf gemacht hat und die Berufsbörse nun mit einem Vortrag über das „Studium plus“ bei der Firma Viessmann einleitete. Kraft erklärte nicht nur, wie das Duale Studium funktioniert, sondern gab auch ganz konkrete Tipps, wie etwa der Ablauf ist – dass sich Interesseten zunächst eine Betrieb suchen sollten und sich erst dann bei der Uni einschreiben – und wie anders die Anforderungen des Berufslebens gegenüber denen der Schule sind. Wie wichtig ihm das Engagement bei der Berufsbörse ist, machte auch Rotary-Präsident Mirko Schulte deutlich. „Berufe sind quasi die DNA von Rotary“, erklärte er. Denn die ersten Rotarier haben sich 1905 in New York über ihre Berufe kennengelernt. Wer über Erfahrungen verfüge, teile diese auch gerne mit jungen Menschen, um ihnen dadurch zu helfen, betonte er. Erstaunlich findet es Tobias Roth jedes Jahr wieder zu sehen, wo die Präferenzen der Jugendlichen liegen. Kurioserweise stünden sie vor dem Tusch der Bundeswehr und Polizei immer Schlange, schilderte er seine Erfahrungen der vergangenen Jahre. Und auch diesmal hatte der Vertreter der Bundeswehr kaum eine freie Minute. Besonders interessant: Vor allem viele Mädchen interessierten sich für das Angebot der Bundeswehr. Aber auch Naturwissenschaften und Medizin lägen bei den Schülern hoch im Kurs, sagte Roth. Zurückgegangen ist hingegen in den vergangenen Jahren das Interesse an einer Bankausbildung, gab Dorothee Winhauer von der VR Bank Lahn-Dill zu. Hätten sich früher zwischen 100 und 200 Jugendliche beworben, seien es heute nicht einmal mehr 50. Deswegen bietet die VR Bank ab dem kommenden Jahr die Möglichkeit eines Dualen Studiums mit dem integrierten Abschluss als Bankkaufmann an. In diesem Jahr stellte die Berufsbörse an der LTS übrigens eine Besonderheit dar. Bedingt durch den Wechsel von G8 zurück zu G9 fehlt an der Schule nämlich der Vorabiturjahrgang – also der Jahrgang, an den sich das Angebot der Berufsbörse eigentlich richtet. Daher nutzten in diesem Jahr viele jüngere Schüler das Angebot, die sich unter Umständen das erste Mal mit der Frage beschäftigten, wie es für sie nach der Schule weitergehen soll.
Biedenkopf (sval).