LahntalschülerInnen greifen Bienen unter die Flügel

Lahntalschüler greifen Bienen unter die Flügel

Biedenkopf (sval). Gut ein Drittel der Nahrungsmittel, die wir täglich zu uns nehmen, wachsen aus Blüten, die von Bienen und anderen Insekten bestäubt werden. Durch den Verlust von Lebensraum, den Einsatz von Pestiziden und den Klimawandel sinkt die Zahl dieser Nützlinge jedoch seit Jahren.Dem stellen sich nun die Lahntalschüler aus Biedenkopf mit dem Projekt „#letitbee“ entgegen. Dessen Ziel sei es, gemeinsam auf die zunehmend schwierigen Lebensbedingungen für Bienen und andere Bestäuber aufmerksam zu machen und gemeinsam dafür zu sorgen, dass sie sich verbessert, sagt Biologie-Lehrerin Daniela Heinrich-Stiller. Das sei schon mit relativ einfachen Maßnahmen imhäuslichen Umfeld möglich, ergänzt sie. Mit ihrer Idee stieß die Lehrerin auch bei den Kollegen desSchulbiologiezentrums des Landkreises, das ebenfalls an der LTS beheimatet ist, auf offene Ohren. Gemeinsam mit dessen Leiterin Andrea Schneider und der neuen Mitarbeiterin Nicole Kapaun hat Daniela Heinrich-Stiller ein Konzept mit Ideen erarbeitet, die jeder persönlich umsetzen kann, um dem Ziel gemeinsam näher zu kommen. Dazu gehören etwa der Bau von Hotels und Nisthilfen für Insekten, die sich aus aus hohlen Stängeln und Dosen oder Stücken von Abflussrohren und Erde leicht selbst herstellen lassen. „Ideen dazu finden sich einige auf dem Gelände rund um die Schule“,sagt Andrea Schneider. Sie sind im vergangenen Jahr weitgehend unbemerkt vom sonstigen Schulalltag entstanden. Aber auch ein Blumenbuffet für Wildbienen lasse sich mit wenigen Materialien schnell selbst herstellen: Sand, Steine, Erde, dazu einige Pflanzgefäße, die mit Wildblumen und Kräutern bestückt werden – und fertig ist die reich gedeckte Nektarrafel für Bienen und Insekten. „Mit einem bisschen Kreativität können sie zu einem echten Hingucker im Garten oder auf dem Balkon werden“, sagt Schneider. Auf der Homepage des Schulbiologiezentrums finden interessierte Schüler jede Menge Anregungen und Bauanleitungen. Dabei soll sich das Engagement der Schülerinnen und Schüler jedoch nicht im Bau von Insektenhotels und dem Säen von Blühflächen erschöpfen, wie Daniela Heinrich-Stiller sagt. „Uns ist wichtig, dass das Projekt einen fächerübergreifenden Charakter bekommt.“ Wer handwerklich nicht so begabt sei, könne zum Beispiel ein Gedicht schreiben, in dem Bienen die Hauptrolle spielen. Oder ein Bild malen. Eine Geschichte Schreiben. Vielleicht auch ein Lied komponieren. Sogar die Mathematik könnte als Fach in das Projekt einbezogen werden, sagt Heinrich-Stiller. „Man könnte zum Beispiel mathematisch zeigen, was Bienen leisten oder ein Rapsfeld vermessen und die Blütenzahl berechnen.“ Und wer Fremdsprachen mag, der könnte Biene Maya zum Beispielauf Französisch übersetzen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. „Wichtig ist nur, dass wir gemeinsam die Stimme für die Bienen erheben“, sagt die Bio-Lehrerin. Die Ideen der Schüler sollendann als Fotos, Videos und Texte gesammelt und auf der Homepage der Lahntalschule veröffentlicht veröffentlicht werden, um zu zeigen, wie vielfältig deren Engagement für die Bienen ist. Am Ende könnte sogar ein Preis für die Schule rausspringen. Denn die Werke der Schüler sollenauch an dem „Beebetter-Award“ der Burda Mediengruppe und des WWF teilnehmen, bei dem Preisgelder unter anderem in den Kategorien Jugend und Bildung sowie ein Sonderpreis für Engagement auf kleinstem Raum winken. Über allem stehe jedoch der Wir-Gedanke, betont Daniela Heinrich-Stiller: „Wir wollen zeigen, dass wir da sind, auch wenn zurzeit kein regulärer Unterricht stattfindet und dass wir gemeinsam an einem Ziel arbeiten. Umso besser, wenn es sich dabei auch noch um ein so wichtiges Ziel wie den Erhalt der Artenvielfalt und den Schutz der Bienen handelt.“

Selbst in Töpfen oder aus Steinen angelegten Beeten lassen sich kleine Blühflächen anpflanzen, die Bienen als Futterquelle dienen.
Der Fachbereich Biologie und das Schulbiologiezentrum rufen die Schüler gemeinsam zu einem Bienenprojekt auf, um die nützlichen Insekten zu unterstützen.

BU3:BU6: Das Schulbiologiezentrum gibt auf seiner Homepage Tipps, wie sich mit einfachen Mitteln Nisthilfen für bestäubende Insekten herstellen lassen.BU7: