Berufsbörse bietet Lahntalschülern Orientierung für weiteren Bildungsweg

Studium oder Ausbildung – warum nicht beides?

Berufsbörse bietet Lahntalschülern Orientierung
für weiteren Bildungsweg

Biedenkopf Studieren oder eine Ausbildung – diese Frage stellt sich auch für die Abgänger der Lahntalschüler jedes Jahr aufs Neue. Und wie in jedem Jahr bekamen sie bei der Beantwortung nun wieder Unterstützung vom Rotary Club, der zu seiner Berufsbörse eingeladen hat. Bei dieser konnten die Schüler gezielt ins Gespräch mit Vertretern verschiedener Branchen und Ausbildungsberufe kommen und so ihre Fragen zu den jeweiligen Berufen stellen. „Bei 350 Ausbildungsberufen, die es derzeit gibt, kann man ja gar nicht alles ausloten“, erklärte Michael Donges, Personalleiter bei Roth Industries den Schülern. Da sei es wichtig, auf die eigenen Interessen zu hören und gezielt nachzufragen, ob der Berufsalltag tatsächlich mit den eigenen Vorstellungen übereinstimmt. Schließlich solle man lieber zu denjenigen gehören, die morgens aufwachen und sich sicher sind, dass sie bei der Berufswahl alles richtig gemacht haben und nicht zu denjenigen, die ihre Wahl im Nachhinein bereuten. Zur Frage Studium oder Ausbildung erläuterte Donges den Schülern, dass es nicht unbedingt dumm wäre, beides zu kombinieren. Selbst mit einem Realschulabschluss könne man nämlich studieren, wenn man zuvor eine Ausbildung abgeschlossen hat. Das biete dann den Vorteil, dass man nach der Schule schon einmal gearbeitet hat und mit den Gepflogenheiten in der Wirtschaft vertraut ist. Mit einer ähnlichen Frage sah sich auch Gerd Manthei, Leiter des Campus Biedenkopf der Technischen Hochschule Mittelhessen, konfrontiert. „Es wird immer wieder die Frage gestellt, wie man zum Studium plus kommt“, erzählt er. Einfache Antwort: Nur durch ein Partnerunternehmen! Das Studium plus kann tatsächlich nur aufnehmen, wer bereits einen Ausbildungsbetrieb sicher hat. Der eigentlichen Berufsbörse mit den Gesprächen der Experten ging ein Vortrag der allgemeinen Studienberatung der Philipps-Universität Marburg voraus. Dabei erfuhren die Schüler viele praktische Tipps, worauf sie beim Studium achten sollten. „Das war ein sehr informativer Vortrag, weil er genau da angeknüpft hat, wo sich die Schüler nach dem Abitur befinden“, bewertete Schulleiter Dr. Eberhard Scholl das Referat. Neben Infos rund um ein mögliches Studium nutzten die Schüler die Gelegenheit aber auch, um gezielte Fragen zu bestimmten Ausbildungsberufen zu stellen. So musste Polizeisprecher Jürgen Schlick etwa erläutern, welche Zulassungsvoraussetzungen es für Bewerber mit Migrationshintergrund gibt, die eine Ausbildung bei der Polizei absolvieren wollen. (val)