Ein Gruß zu Ostern

Ein Gruß zu Ostern

Nächstes Wochenende ist Ostern. Nach 40 Tagen geht die Passionszeit zu Ende. Es gibt eine Aktion  der Kirche in dieser Zeit die  heißt „7 Wochen ohne  …“ . In dieser Aktion verzichtet man dann auf etwas, das man sonst gerne tut oder isst, z. B. Handykonsum oder Süßigkeiten. Man will so erreichen, dass man zeigt, dass man noch Herr seines Lebens ist und nicht durch äußere Dinge fremdbestimmt wird.

In anderen Jahren kommen einem 7 Wochen eigentlich sehr lange vor, wenn man auf etwas verzichten muss. Dieses Jahr aber kommen einem 7 Wochen als ein sehr überschaubarer Zeitraum vor. Wir leben seit über einem Jahr im kontinuierlichen Verzicht auf Dinge, die wir eigentlich nicht missen wollen, und dieser Verzicht geht uns allen an die Substanz.

Über ein Jahr ohne viele Sozialkontakte, ohne Reisen, ohne normale Schule und viele andere Dinge, die wir für selbstverständlich hielten.

Vor Weihnachten, als der Impfstoff gefunden war, sprachen alle vom „Licht am Ende des Tunnels“. Mittlerweile habe ich manchmal aber den Eindruck, der Tunnel wächst von sich aus, weil die neuen Mutanten des Virus so gefährlich sind, und organisatorische Pannen und Eitelkeiten verlängern den Tunnel auch immer mehr. Man könnte zuweilen den Eindruck gewinnen, dass das Licht am Ende des Tunnels nicht der Ausgang ist, sondern ein entgegenkommender Zug.

Einige Kinder aus dem 5. und 6. Schuljahr haben ihre Gefühle in dieser Zeit in Form von Briefen an Corona in beeindruckende Worte gefasst. Sie sind im Kasten neben der Mediathek und auf unserer Homepage zu sehen.

Wir müssen uns diesen Gefühlen stellen. Aber wir können hier nicht stehen bleiben, sonst verfallen wir in Hoffnungslosigkeit.

Wo bekommen wir aber eine solche Perspektive her, die uns durch diese Zeit trägt, die sich so endlos zu dehnen scheint?

Ich komme auf die Passionszeit zurück. In ihr denkt man an das Leiden und Sterben von Jesus. Das bedeutet, dass man sich wirklich auch mit seiner eigenen Verletzlichkeit und seiner eigenen Endlichkeit auseinandersetzt und ihr nicht ausweicht.

Dann aber kommt Ostern und das ist der Triumph des Lebens über den Tod. Das, was das Leben schwer macht und bedroht, hat nicht das letzte Wort, so ist die Botschaft der Hoffnung an diesem Fest.

Auf unsere jetzige Situation übertragen bedeutet das, dass wir uns nicht durch die Länge des Tunnels von der Gewissheit abbringen lassen dürfen, dass diese nervige, belastende, ungewöhnliche und zuweilen schmerzvolle Zeit ein Ende haben wird.  Das Leben wird gewinnen. Davon bin ich überzeugt

Ich wünsche uns allen trotz Kontaktbeschränkungen und anderer Einschränkungen ein gesegnetes Osterfest.

Ihr/eurer

Wolfgang Schilling

p.s. Wer seine Sorgen teilen möchte, kann sich gerne bei mir melden. Tel: 0178 2635528

E-mail: w.schilling@lahntalschule.de