Geschichts-WU Kurs in Marburg
Der Ausflug des Geschichts-WU Kurses am 22.04. nach Marburg war sehr interessant und hat sich mit dem Thema Hexenverfolgung beschäftigt. Marburg ist eine historische Stadt mit vielen alten Gebäuden und einer langen Geschichte, die bis ins Mittelalter zurückgeht. Wir wurden etwa zwei Stunden lang von Dr. Ronald Füssel durch die Stadt geführt. Er hat uns an verschiedenen Orten viel über die Hexenprozesse erklärt, zum Beispiel wie solche Gerichtsverfahren abgelaufen sind und wer daran beteiligt war.
Ein wichtiger Ort war der Hexenturm am Marburger Schloss, den wir auch von innen besichtigen konnten. Dort wurden früher Menschen eingesperrt, die der Hexerei beschuldigt wurden aber auch andere Verbrecher wie Schafsdiebe und Totschläger. Die Bedingungen waren sehr schlecht, und wir konnten uns gut vorstellen, wie schlimm es für die Gefangenen gewesen sein muss. Außerdem waren wir am Marktplatz. Dort wurden die Urteile gefällt und anschließend auf dem Rabenstein vollzogen. Der Name Rabenstein kommt von dem Prozess, bei welchem Verbrecher hingerichtet wurden und anschließend aufgehangen und von Raben gefressen wurden.
Wir haben erfahren, dass viele Angeklagte Hexen und Hexer durch Verbrennung auf dem Scheiterhaufen getötet wurden. Außerdem waren wir an einer alten Handelsroute. Dort wurden die beschuldigten Menschen entlanggeführt, damit möglichst viele Leute sie sehen konnten. Das war Teil der öffentlichen Bestrafung und sollte andere abschrecken. Auf dem Marktplatz haben wir dann noch mehr über die damalige Zeit gelernt, zum Beispiel darüber, dass Fürsten oder andere Herrscher die Hexenprozesse genehmigen mussten -die Verurteilungen fanden also nicht wie landläufig angenommen vor kirchlichen Gerichten statt, sondern vor weltlichen Gerichten.
Ein weiterer wichtiger Ort war das Hexendenkmal vor der Lutherischen Pfarrkirche. Dieses Denkmal erinnert heute an die Opfer der Hexenverfolgung und zeigt, wie viele unschuldige Menschen damals gelitten haben. Besonders interessant war auch eine Geschichte über einen angeblichen „Hexer“ aus Biedenkopf. Dieser hat sich selbst beschuldigt vom Teufel besessen zu sein und wurde auf Anraten der juristischen Fakultät Marburg zum Tode verurteilt. Dabei haben wir gelernt, dass nicht nur Frauen, sondern auch Männer und Kinder in jedem Alter hingerichtet wurden. Oft reichten schon Gerüchte oder persönliche Streitigkeiten aus, um jemanden anzuklagen.
Insgesamt war der Ausflug sehr lehrreich. Wir haben viel über die Hexenverfolgung gelernt und verstanden, wie ungerecht (aus unserer heutigen Sicht) viele dieser Prozesse waren. Außerdem wurde uns klar, wie wichtig es ist, sich mit solchen Themen zu beschäftigen, damit so etwas nicht wieder passiert.