Jannis Müller siegt beim Regionalwettbewerb von Jugend forscht
Am 20. Februar wurde Jannis für sein Projekt „Spektroskop – Alles nur Licht???“ mit einem Sonderpreis sowie dem ersten Platz im Fach Physik bei der Regionalrunde von Jugend forscht in der Kongresshalle in Gießen ausgezeichnet. Damit qualifizierte er sich für die Hessenrunde am 18./19. März bei Merck in Darmstadt, um mit 76 anderen Jungforscherinnen und -forschern um den Einzug ins Bundesfinale zu wetteifern. Wir drücken die Daumen!!
Zum Glück hatte der Fachbereich Physik das kaputte, aber recht gut erhaltene Spektroskop aus den 90er Jahren noch nicht entsorgt. Es sollte es nämlich Jannis‘ neues Forschungsprojekt werden! Aber zunächst stellte er sich die Frage, was ist ein Spektroskop überhaupt? Ein Spektroskop ist ein optisches Gerät, das Licht in seine einzelnen Farbkomponenten (das Spektrum) zerlegt, ähnlich einem Prisma, das Sonnenlicht in Regenbogenfarben aufspaltet. Es dient dazu, Lichtquellen zu untersuchen, um deren Zusammensetzung oder Eigenschaften anhand charakteristischer Linien zu bestimmen.
Nun stand Jannis‘ Ziel fest: Er wollte es vor der Verschrottung retten und zudem digitalisieren. Leider waren alle Kabel des Spektroskops abgeschnitten, die einzelnen Komponenten (z.B. der Trafo, der Schrittmotor, der Photomultiplier) nicht mehr verbunden. Zuvor musste er sich allerdings die Quantenphysik hinter der Funktionsweise des Spektroskops, genauer gesagt, hinter dem Photomultiplier, erklären. Aber schrittweise gelang es Jannis, die einzelnen Komponenten zu reparieren. Wegen der fehlenden Steuerung griff Jannis auf einen Arduino zurück, der jetzt die Messungen durchführt und die Messwerte erfasst. Das Ergebnis ist perfekt, aktuell kann das Gerät Wellenlängen mit einer Genauigkeit von ca. 0,15 nm detektieren.
Andere Jungforscherinnen und -forscher, insgesamt 34 Teams, befassten sich mit Themen wie mathematischen Untersuchungen zu einer Zombieapokalypse unter Schafen, über das Fliegen und U-Boot-Bauen, Papier aus Pferdemist, Jagdeinfluss auf Niederwild bis hin zur Lieblingsfarbe von Hunden. Alle Projekte müssen aus einem der folgenden Fachgebiete sein: Mathematik/Informatik, Physik, Technik, Chemie, Biologie, Arbeitswelt, Geo- und Raumwissenschaften.
Bei der Preisvergabe musste Jannis sich besonders lange gedulden. Er wurde als letzter ausgezeichnet, um die Spannung zu erhöhen, wie der Moderator veriet. Laut der Laudatio von Prof. Dr. Kai-Thomas Brinkmann der Universität Gießen zeigte sich die Jury überzeugt von Jannis‘ hoher Eigenmotivation und der engagierten Umsetzung des Projektes, sowie der Untersuchungen zu den Systemgrenzen. Positiv aufgefallen seien auch „All die theoretischen Grundlagen dahinter, die wir eigentlich erst an Universitäten verraten“, merkte der Professor schmunzelnd an.
Jannis‘ Betreuer, Herr Pfleging, wurde mit einem der beiden Betreuerpreise ausgezeichnet.