Sommer, Sonne, Sonnenschein in Cádiz.

Noch vor Schuljahresende heißt es “ab in den Süden“. Am 24. Juni um zwei Uhr ist die Abfahrt in Biedenkopf. Zwar sehr früh, aber Schlaf kann auf der Busfahrt und während des Fluges nachgeholt werden. Am Frankfurter Flughafen kann dann noch der Sonnenaufgang bestaunt werden, bevor zum Boarding gerufen wird. Der Flug geht tatsächlich ziemlich pünktlich und so verläuft auch die Ankunft in Cádiz ganz nach Zeitplan.

Um 10 Uhr lernt jeder also endlich seine Gasteltern persönlich kennen. Ab jetzt können und müssen die in der Schule erlernten Spanischkenntnisse angewendet werden. Nach einem kurzen Kennenlernen an Ort und Stelle, bricht jeder zur Residenz der Gastfamilie auf. Vor Ort wird sicheingerichtet und der ein oder andere holt noch ein bisschen Schlaf nach. Die Sonne scheint, es ist heiß und am Nachmittag ist kein Programm? Das schreit förmlich nach Strand. Und wenn der Strand praktisch auch noch vor der Tür ist, gibt es kein Halten mehr. Der erste Tag wird also mit Schwimmen, Bräunen oder Spaziergängen am Meer verbracht. Der Moment, wenn die Sonne im Meer verschwindet, ist wahrlich unbeschreiblich und nur einer von vielen Gründen, warum sich die Reise lohnt.

Die nächsten Tage heißt es: vormittags Unterricht, nachmittags Stadt kennenlernen. Cádiz hat eine illustre Geschichte und viele Sehenswürdigkeiten, die es wert sind, ihnen einen Besuch abzustatten. Der Unterricht ist dem Level der Klasse angepasst und abwechslungsreich gestaltet. Es wird nie langweilig. Um der Mittagshitze zu entgehen, wird zwischen Schule und Programm eine Siesta eingelegt.

Am dritten Tag ist das Nachmittagsprogramm wahlweise und für alle Wasser-Affinen ist das Motto „Vamos a la playa“ für einen Stand-up Paddling Kurs. Tag vier heizt ordentlich ein. Bewaffnet mit Sonnencreme, Sonnenbrille, Kappe und viel Proviant wird Sevilla unter die Lupe genommen. Trotz sportlichen 40 Grad schaffen es alle unbeschadet zurück zum Bus. Nach einer solchen Anstrengung kommt ein weiterer freier Tag gerade recht. Es ist wichtig, ein gutes Mittelmaß zu finden.

Der Sonntag, und damit auch der wohlverdiente freie Tag, wird individuell gestaltet. Während der eine oder die andere die in der Nähe liegenden Städte in Augenschein nimmt, verbringen manch andere ein paar sonnige Stunden am Meer und genießen die Ruhe. Montag geht’s dann vormittags wieder mit der Schule weiter. Dieses Mal geht es jedoch mit der zuständigen Lehrkraft in die wunderschöne Altstadt von Cádiz. Dort lernen die Schüler und Schülerinnen den spanischen Markt kennen und bekommen die Aufgabe, die einzelnen Standverkäufer zu interviewen. Dadurch haben die Schüler*innen die Möglichkeit, ihre Spanischkenntnisse anzuwenden.

Der darauffolgende Tag sieht dann für alle recht gewöhnungsbedürftig aus: es steht der erwartete (oder befürchtete?) Flamenco-Kurs an. Dieser verläuft tatsächlich entgegen allen Erwartungen recht spaßig und die Schüler*innen werden sogar am Ende noch mit einem Eis belohnt. Wer danach noch nicht genug Programm hat, bekommt die Möglichkeit, für ein paar entspannte Stunden am Strand unter Aufsicht seine künstlerischen Fähigkeiten zu beweisen. Mit einigen anderen gleichaltrigen Austauschschülern aus Amerika geht es an den Strand und es werden fleißig Malereien erstellt.

Der vorletzte Tag wird durch einen Ausflug in die Altstadt von Cádiz und dem Besuch eines Museums begonnen. Sobald dies getan ist, geht es zurück an die Schule und die Schüler*innen werden mit einem B1-Zertifikat und einer kleinen, aber köstlichen Tafel Schokolade belohnt. Die fleißige Mitarbeit in den vergangenen Unterrichtsstunden hat sich also gelohnt. Den Mittag gestaltet jeder individuell und am Abend trifft man sich anschließend zum gemeinsamen Kochen. Auf dem Speiseplan steht Paella. Jeder kocht und schnippelt fleißig mit und der Abend wird mit einem deftigen Abendessen beendet.

Den letzten Tag vor der Abreise bekommen nochmal alle frei. Die Schüler*innen verbringen diesen mit ihren Gastfamilien oder nutzen noch ein letztes Mal das schöne Wetter, um sich ein wenig am Strand brutzeln zu lassen. Gemeinsam, nach einer lehrreichen und doch erholsamen Reise, geht es wieder zurück nach Deutschland. Und der eine oder andere nimmt sich vor, vielleicht doch noch mal das schöne Städtchen Cádiz zu besuchen…

Geschrieben von Amelie und Kerstin, Q1